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Wahlkreisregionen des Weimarer Landes

Mein Wahlkreis (Wahlkreis 31 „Weimarer Land II“) erstreckt sich vom nördlichen Teil des Weimarer Landes entlang der Ilm über die Kreisstadt Apolda sowie die Kur- und Weinstadt Bad Sulza bis hin zur östlichen Kreisgrenze des Weimarer Landes mit der Gemeinde „Saaleplatte“. Der südliche und westliche Teil des Weimarer Landes sowie einige Gemeinden im Norden liegen im Verantwortungs-bereich meines Kollegen Mike Mohring MdL (Wahlkreis 30 „Weimarer Land I/ Saalfeld-Rudolstadt“).

Landkreis Weimarer Land

Der Landkreis Weimarer Land gehört zur Planungsregion Mittelthüringen. Er ist umgeben vom Städtedreieck Weimar – Jena – Erfurt. In seiner heutigen Gestalt existiert der Landkreis seit 1994, dem Jahr der großen Kreis- und Gemeindereform. Er ist hervorgegangen aus der Zusammenführung der Altkreise Apolda und Weimarer Land. Im Landkreis leben heute rund 84.000 Menschen auf ca. 800 km². Verwaltungssitz ist die Kreisstadt Apolda.

Landschaft im Wahlkreis „Weimarer Land II“

Der Naturraum des nördlichen Weimarer Landes ist geprägt von den Ausläufern des Thüringer Beckens, dem Ettersberg und dem Höhenzug der Finne. Über zwei Drittel der Flächen werden landwirtschaftlich genutzt, was dem weit verbreiteten fruchtbaren Lössboden zu verdanken ist. Auf dem „Ilmtal-Radwanderweg“ oder auch dem „Napoleon-Wanderweg“ lässt sich die abwechslungsreiche Landschaft auf unterschiedliche Weise entdecken. Denn während der Norden des Weimarer Landes überwiegend durch Ackerbau geprägt ist, gelangt man ca. 45 km weiter östlich entlang der Ilm in das Weinanbaugebiet rund um die Kurstadt Bad Sulza.

Kultur im Wahlkreis „Weimarer Land II“

Der Wahlkreis „Weimarer Land II“ ist jedoch nicht nur landschaftlich reizvoll, er zeichnet sich auch durch eine Reihe überregional bekannter Kunst- und Kultureinrichtungen aus. Natürlich kann ich an dieser Stelle nur einige kulturelle Höhepunkte exemplarisch nennen. Sie stehen stellvertretend für die reiche Vielfalt der wunderbaren Kulturlandschaft im Weimarer Land. Begleiten Sie mich also nunmehr  auf einer kleinen „kulturellen Expedition“, die im Norden des Wahlkreises in „Heichelheim“ beginnt und entlang der Ilm bis in die Kur- und Weinstadt Bad Sulza führt.

Kloßmuseum Heichelheim

Die Gemeinde Heichelheim gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Buttelstedt und liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zu meiner Heimatgemeinde Ramsla. Seit über 40 Jahren verbindet sich der Name des Ortes Heichelheim mit der traditionellen Thüringer Kloßmanufaktur. Was das „kulturell Herausragende“ daran ist? Nun, wer es noch nicht wusste: Thüringer Klöße gelten neben der Thüringer Rostbratwurst und dem Thüringer Rostbrätel als sogenanntes „Thüringer Nationalgericht“. Jährlich findet im Herbst das Heichelheimer Kartoffelfest statt, wo unter den wachsamen Augen der Heichelheimer Kloßmarie zahlreiche Prominente „ihre“ Kartoffeln ernten. Ein Höhepunkt im Jahr 2011 ist die Wiedereröffnung des Thüringer Kloßmuseums.

Wielandgut Oßmannstedt

Nur wenige Kilometer von Kromsdorf entfernt, befindet sich das im barocken Stil erbaute Wielandgut Oßmannstedt. Einst als Sommersitz von Herzogin Anna Amalia und ihren Söhnen genutzt, erwarb Ende des 18. Jahrhunderts der Dichter Christoph Martin Wieland das Anwesen, welches heute seinen Namen trägt. Mit seiner Familie an dem beschaulichen und ruhigen Orte an der Ilm wohnend, empfing er hier Gäste wie Johann Wolfgang von Goethe, das Ehepaar Herder, Sophie und Clemens Brentano sowie Jean Paul und Heinrich von Kleist. Noch heute kann man den künstlerischen Esprit des Ortes nachempfinden, wenn man durch die Parkanlagen des Wielandgutes wandelt oder einem sommerlichen Konzertereignis im Gutshof beiwohnt. Das Wielandgut Oßmannstedt gehört heute zur Klassik Stiftung Weimar.

Schloss Kromsdorf

Schloss Kromsdorf, welches sich in der gleichnamigen Gemeinde unweit der Klassikerstadt Weimar befindet, hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Das Renaissanceschloss wurde 1580 von Georg Albrecht von Kromsdorf errichtet. Danach veränderte sich das „Gesicht“ des Schlosses und der Schlossanlagen entsprechend der Namen, die sich mit der Geschichte des Schlosses verbinden: Johann Theodor de Montaigne, Herzog Wilhelm Ernst, Großherzog Karl August, sein Sohn Karl Friedrich und auch Maria Pawlowna. Die Zeit zwischen 1945 und 1989 hinterließ an der baulichen Substanz des altehrwürdigen Gemäuers deutliche Spuren der Verwahrlosung und des Verfalls. Wie für viele historische Kulturgüter auf dem Gebiet der ehemaligen DDR kam auch für das Schloss Kromsdorf mit der friedlichen Revolution 1989 die Rettung in sprichwörtlich letzter Minute. In den 1990er Jahren fanden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen statt, die das Schloss samt Schlossanlagen wieder in ihrem alten Glanz erstrahlen ließen. Heute ist Schloss Kromsdorf – auch mit Blick auf seine direkte Lage am Ilmtal-Radwanderweg – ein beliebtes Ausflugsziel.

Ordensburg Liebstedt

In unmittelbarer Nachbarschaft zu Oßmannstedt liegt die Gemeinde Liebstedt. Hier befindet sich die Ordensburg Liebstedt, auch Wasserburg Liebstedt genannt. Ein historisches Kleinod mit hoher denkmalpflegerischer Bedeutung. Das Besondere an der im 10. Jahrhundert ursprünglich errichteten Burg ist unter anderem die Eigenschaft, als einzige Ordensburg des Deutschen Ordens an einer der bedeutendsten mittelalterlichen Fernhandelsstraßen  – der Kupferstraße – erbaut worden zu sein. 1809 verlor der Deutsche Orden seinen Besitz an der Burg, welche fortan zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach gehörte. Heute kann die Burg von Besuchern besichtigt und für Familienfeiern genutzt werden.

Wasserburg Niederrossla

Schon von Weitem ist der 57 Meter hohe Bergfried der Wasserburg in Niederrossla zu sehen. Es ist das Wahrzeichen des kleinen Ortes vor den Toren der Kreisstadt Apolda. Die aus dem 13. Jahrhundert stammende Wasserburg wurde einer naheliegenden Vermutung nach vom edelfreien Dietmar von Roßla errichtet. Später ging der Besitz der Burg bis Mitte des 15. Jahrhunderts auf die Familie von Vitzthum über. Nach Wilhelm III. und einer über 200 Jahre andauernden Besitzherrschaft durch das Geschlecht Sachsen-Altenburg, kam Niederrossla im Jahre 1672 zum Herzogtum Sachsen-Weimar. Im Jahre 1738/39 ließ Herzog Ernst August I. zusätzlich ein barockes Jagdschloss auf dem Boden der Burg errichten, welches allerdings im Zweiten Weltkrieg aufgrund eines Bombenangriffs schwer beschädigt und schließlich 1947 abgerissen wurde. Die folgenden Jahrzehnte waren von Erhaltungsmaßnahmen der 1956 unter Denkmalschutz gestellten Kernburg geprägt, welche vor allem nach 1990 noch einmal einen gewaltigen Schub erhielten.

Kunsthaus Apolda Avantgarde

Wohl niemand hätte 1995 beim Start der ersten Ausstellung unter dem Titel „Max Liebermann und Lovis Corinth“ im Apoldaer Kunsthaus Avantgarde mit einem solch` erfolgreichen Weg gerechnet, den das Kunsthaus seit dieser Zeit bis heute gegangen ist. Regional und überregional hat sich das Kunsthaus zu einem magischen Anziehungspunkt für Kunstinteressierte entwickelt. Bekannte Namen wie unter anderen Alberto Giacometti, Oskar Kokoschka, Max Ernst, Camille Claudel, Lyonel Feininger oder Max Klinger sorgen für einen ungebrochenen Besucherstrom in die Kreisstadt. Aber auch zeitgenössische Künstler und Designer haben es sich in der Vergangenheit nicht nehmen lassen der Vernissage ihrer Werke persönlich beizuwohnen. Wolfgang Joop, Karl Lagerfeld oder auch Willi Bogner sind nur drei bedeutende Persönlichkeiten, die mit ihrer Anwesenheit in Apolda, den Mittelpunkt der Modewelt für einen Moment nicht in Paris, Mailand oder New York, sondern in Apolda sein ließen.

Apolda European Design Award

An die alte Tradition der Strick- und Wirkwarenindustrie in Apolda anschließend gibt es seit 1993 den Apolda European Design Award. Ein Wettbewerb zu dem sich junge Modestudentinnen und –studenten aus ganz Europa in Apolda treffen, um gemeinsam mit ortsansässigen Unternehmen moderne, ausgefallen Mode zu kreieren und diese in einem Wettbewerb zu präsentieren. Die Sieger werden von einer jeweils hochkarätig besetzten Fachjury  ausgewählt. Im Jahre 2011 fand der internationale Wettbewerb bereits zum siebten Mal in Apolda statt.

Historische Mühle Eberstedt

Wer auf dem Ilmtal-Radwanderweg eine kleine Rast einlegen will, ist gut beraten, dies in der schmucken Gemeinde Eberstedt zu tun. Zum einen bietet die ausgewiesene Radfahrerkirche bei sommerlichen Temperaturen immer ein schattiges und friedliches Plätzchen zur Einkehr. Aber auch der Ort an sich wartet für seine Besucher mit einigen Höhepunkten auf. Sei es der Laufbrunnen, die begehbare Sonnenuhr, die wiedererrichtete historische Ölmühle oder auch das schwimmende Hüttendorf, das Gäste von Nah und Fern mit viel Raffinesse beeindruckt.

Schloss Auerstedt und der Auerworldpalast

Der Name Auerstedt verbindet sich seit über 200 Jahren weltweit mit der historischen Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt am 14. Oktober 1806 zwischen den Truppen Napoleons und den Preußen. Im Rahmen der Schlacht diente das Schloss Auerstedt, welches sich im Ortskern befindet, als königlich-preußisches Hauptquartier. Direkt vor dem Orteingang aus Richtung Reisdorf kommend, befindet sich der Auerworldpalast – ein 1998 aus Weidenruten geflochtener, im Durchmesser ca. 25 Meter großer Weidenrutenbau. Jährlich finden hier spirituelle und kulturelle Feste mit nationalen und internationalen Künstlern statt.

Kur- und Weinstadt Bad Sulza

Ein Katzensprung von Auerstedt entfernt liegt nahe der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt die Kurstadt Bad Sulza. Eine Stadt, die sich seit Jahrhunderten mit der Soleförderung und Salzgewinnung einen Namen als Kur- und Bäderstadt gemacht hat. Alte urkundliche Erwähnungen besagen bereits seit der Zeit um 1064 nachweisbare Salzsiedeeinrichtungen. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts nutzte man das örtliche Gradierwerk zur Freiluftinhalation. Knapp 100 Jahre später, im Jahre 1839 kam es zur konkreten Nutzung der Sole für Heilzwecke. Es folgte der Bau erster kleinerer Badeeinrichtungen, bevor sich mit dem Jahr 1847 der Beginn des Bade- und Kurbetriebes manifestiert. 1903 Bau des Inhalatoriums. 1910 Bau der Trinkhalle. Erst 100 Jahre später – im Jahre 2002 – erfolgte die staatliche Anerkennung als Heilbad; seit dem Jahre 2004 als staatlich anerkanntes Sole-Heilbad. Bereits 1999 erfolgte die feierliche Eröffnung der „Toskana-Therme“, die bereits ein Jahr später mit dem „Liquid Sound in der Toskana des Ostens“ auf der „Expo 2000“ in Hannover eines der weltweiten Projekte darstellte.

Aber nicht nur die Kureinrichtungen haben in Bad Sulza Tradition, sondern auch der Weinanbau. Kaum zu glauben aber bereits vor mehr als 800 Jahren fand in der Gegend um Bad Sulza nachgewiesenermaßen Weinanbau statt. Allerdings wurden die letzten existierenden Kulturen durch eingeschleppte Krankheiten gegen Ende des 19. Jahrhunderts vernichtet. 1992 kam es zur Gründung des „Thüringer Weingut Bad Sulza“ und zwei Jahre später wurde der „Thüringer Weinbauverein Bad Sulza e.V.“ gegründet, der heute über 80 Weinfreunde als Mitglieder zählt. Vom „Thüringer Weintor“, welches unterhalb der Sonnenburg gelegen ist, finden mehrmals im Jahr geführte Weinwanderungen in und um Bad Sulza statt – Weinverkostung nicht selten inklusive. Wenn das kein verlockendes Angebot ist.

Sie sehen, liebe Leserinnen und Leser, es gibt viele Gründe den Wahlkreis 31 – das „Weimarer Land II“ zu besuchen. Da dies jedoch nur einen Auszug all dessen darstellen konnte, was es in der Region zu entdecken gibt, verweise ich gern auf die Seite des Landkreises Weimarer Land, wo Sie noch weitaus mehr über Land und Leute im Weimarer Land erfahren können. Viel Spaß dabei.

www.weimarer.land.de

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